von Berrit Gräber (Heilbronner Stimme,
22.10.2007)
VORSORGE Viele Arbeitnehmer haben
ihr Geldgeschenk vom Staat womöglich noch gar nicht bemerkt.
Seit August ist klar, dass Betriebsrenten auch in Zukunft sozialabgabenfrei
bleiben. Wer zu den gut neun Millionen Beschäftigten gehört,
die einen Teil ihres Bruttolohns über die Firma fürs Alter
sparen, muss keine Einbußen hinnehmen.
Auch bislang Unentschlossene und junge Beschäftigte
sollten darum den Abschluss einer betrieblichen Altersvorsorge per
Entgeltumwandlung in Angriff nehmen, ermuntern Verbraucherschützer
zum Handeln. Lars Gatschke vom Bundesverband der Verbraucherzentralen
(VZBV) erklärt: Entgeltumwandlung heißt eigentlich nichts
anderes, als einen Teil des Brutto-Gehalts fürs Alter ansparen
mit Hilfe der Firma. Seit 2002 kann das jeder von seinem Chef verlangen.
Aber längst nicht alle nutzen ihre Chance.
„Das ist ein gutes Standbein, auch für
Leute, die weniger verdienen, sagt Susanne Meunier von der Stiftung
Warentest. Jetzt gebe es eine große Planungssicherheit, und
das unbefristet.
Grundsätzlich kann es für Arbeitnehmer attraktiv sein,
wenn von ihrem Verdienst direkt Geld abgezwackt und in eine Direktversicherung,
Pensionskasse oder einen Pensionsfonds eingezahlt wird – bevor
sie auf die Beiträge Steuern und Sozialabgaben zahlen müssen.
Das ist besonders dann interessant, wenn sie –im Gegensatz
zur klassischen Betriebsrente von einst- die Beiträge alleine
zahlen. Umso besser für die Rendite, wenn der Arbeitgeber auch
noch etwas beisteuert. Jeder Arbeitnehmer darf bis zu vier Prozent
seines Entgelts für eine künftige Betriebsrente zurücklegen.
2007 sind maximal 2520 Euro möglich.